Reisebericht 12. - 28. April 2012
18 Freiwillige sind wohlbehalten aus Thiès zurückgekehrt. Es war eine Reise, die selbst den erfahrenen Senegalfahrern einiges abverlangte - aber die positiven Entwicklungen in den Projekten zeigen, dass auch dieser Hilfseinsatz und die Arbeit der O.N.G. erfolgreich sind. Lesen Sie den Reisebericht.
Donnerstag, 12. April 2012
Mit dem Treffen um 8.30 Uhr an der Feuerwache Lüdinghausen startete die diesjährige Hilfsaktion. Die aus 18 Teilnehmern bestehende Gruppe wurde von zwei Feuerwehrwagen nach Düsseldorf gebracht. Es ging über die übliche Strecke über Madrid nach Dakar wo wir herzlichst von Aissatou, Cheikh und Aliou empfangen wurden. Wie auch im letzten Jahr hat es mit dem Gepäck fast geklappt bis auf die Reisetasche von Franz-Josef J. Die, wie im letzten Jahr fehlte. Wir wurden mit dem Bus der Caritas sowie mit einem Fahrzeug des Vereins nach Thies gebracht. Auch dort wurden wir im Hotel Rex mit großem Hallo empfangen. Nach Bezug der Zimmer gab es ein Treffen im neu überdachten Innenhof. Dort ließen wir die Reise kurz Revue passieren und die Neuen wurden durch die Taufe in den Kreis der Senegal Reisenden aufgenommen. Mit dem ein oder anderen Flag wurde der Abend beendet.
Freitag, 13. April
Nach dem Frühstück ging es in großer Runde durch die Stadt und über den Markt. Werner W. Als unser langjähriger „ Stadtführer“ brachte uns das Leben und die Stadt näher und ließ uns diverse einheimische Früchte, Kekse und sonstige Landes typische Spezialitäten probieren. Hierbei ließ er auch nicht solche Früchte aus die für unseren Geschmack eher ungewöhnlich sind. Anschließend ging es direkt zum Depot. Dort waren die 1000 Sack Reis der diesjährigen Reisaktion bereits eingelagert und der Container mit den in Deutschland gespendeten Hilfsgütern stand auf dem Depotgelände. Im Beisein der gesamten Gruppe wurde der Container geöffnet. Auf den ersten Blick hatte der Inhalt die lange Reise gut überstanden. Anschließend stand noch ein Bummel über den Handwerkermarkt an bei dem man sich vom Geschick der einheimischen Künstler überzeugen konnte. Hier wurde gehandelt und die eine oder andere Arbeit wurde in Auftrag gegeben. Nach dem gemeinsamen Abendessen empfing FJF mit den Vorstandskollegen den Bauunternehmer Monsieur Lo um über den aktuellen Stand der Bauarbeiten am Krankenhaus in Kaba informiert zu werden und die weiteren Abläufe zu planen. Der Termin für das Richtfest wurde festgelegt. Gleichfalls wurde über die geplante Erweiterung in Touba Toul gesprochen. Mit dem Verantwortlichen für die Abwicklung des jährlichen Fußballturniers wurden diverse Förderungsmöglichkeiten für besonders talentierte Fußballer diskutiert und weitere Termine für die letzten Spiele des Fußballturniers besprochen

Samstag, 14. April
Um kurz vor 9 brach die Gruppe zum Depot auf und bereitete die Verteilung der gespendeten Reissäcke vor. Da sich dies in der Stadt herumgesprochen hatte standen bei unserer Ankunft bereits einige Senegalesen vor dem Tor und erwarteten uns. Bis zum Mittag erfolgte die Ausgabe der Reissäcke an die bedürftigen Personen an die im Vorfeld Bezugsscheine ausgegeben worden waren. Leider mussten auch wie in den Vorjahren viele ohne Reis nach Hause geschickt werden, da sie keinen Berechtigungsschein vorlegen konnten. In vielen Gesprächen wurde uns die Freude und Dankbarkeit der Senegalesen über den gespendeten Reis deutlich zum Ausdruck gebracht. So konnten heute fast 300 Säcke Reis ausgegeben werden.
Eine zweite Gruppe hat den Container entladen und die Hilfsgüter im Depot vorsortiert. Hierbei wurde sich ständig abgewechselt da die Temperatur im Container ca. 50 Grad betrug. Es hatten sich ein paar Termiten in den Container eingenistet, daher wurden einige Gegenstände zusätzlich gereinigt und umgepackt. Am Abend wurde im Hotel gegrillt dazu bereitete der Koch Bratkartoffeln und frische Salate.
Sonntag, 15. April
Der Tag begann mit mit dem Besuch der Messe in Djassap, einem kleinen Dorf, wenige Kilometer von Thies entfernt. Der Kirchenchor der Gemeinde verleiht der Messe eine unvergleichbare Atmosphäre. Die ONG unterstützt den Chor auch in diesem Jahr wieder mit einer Spende, der sich mit einigen Zugaben bedankte. Hierbei wurde wieder deutlich, dass Musik, Tanz und Rhythmus in diesem Land zu Hause ist. Ein kurzer Frühschoppen in der Dorfgaststätte rundete den Besuch ab.
Nach dem Mittag besuchten einige das Café Délice, ein anderer Teil der Gruppe fuhr an die Küste zum Lac Rose und in die Hafenstadt Kayar. Aus diesem größten Fischereihafen im Senegal brechen jeden Morgen 8000 Fischer in 1500 Boten zum Fischen auf. Der Ort war leider auch Ausgangspunkt vieler Flüchtlingsboote, die von hieraus versuchten die Kanarischen Inseln zu erreichen. Viele bezahlten dies mit ihrem Leben. Im Garten eines Freundes von Aliou wurden wir zum Picknick herzlichst begrüßt und hatten dort eine Pause mit anschließendem Rundgang. Dort konnten wir verschiedene Obstbäume wie Mandarinen, Orangen, Zitronen, Limetten und Pampelmusen sehen. Mit zwei Eimern voll Obst traten wir die Heimfahrt an.
Auf dem Rückweg überschlugen sich die Ereignisse, als wir von einem Feuer in unserem Depot erfuhren. Als wird dort eintrafen stand die Lagerhalle bereits voll in Flammen und wir mussten hilflos mit ansehen, wie die Hilfsgüter und die, über Jahre aufgebaute Infrastruktur verbrannte. Die Feuerwehr, der Stadt Thies, konnte lediglich das Übergreifen der Flammen auf die umliegenden Gebäude verhindern und sicherstellen, dass keine Personen zu Schaden kamen. Als wir spät am Abend in das Hotel zurückkehrten, war die Stimmung auf dem Tiefpunkt.
Montag, 16. April 2012
Nach einer kurzen und teilweise schlaflosen Nacht fuhren wir zum Depot. Bei Tageslicht wurde das Ausmaß des Feuers sichtbar. Alles, was in der Halle gelagert war, wurde Raub der Flammen. Lediglich die Fahrzeuge und die Güter, die sich noch im Container befanden, blieben verschont. Dennoch konnten bereits am Vormittag wieder Rollstühle an Behinderte übergeben werden.
Da die Situation am Depot keine größeren Aktivitäten zuließ, wurde die Planung kurzfristig geändert und Teile der Gruppe fuhren zu den Krankenstationen in Pampal, Touba Toul und Kaba. Die Station in Pambal befindet sich in einem ausgezeichnetem Zustand. Zur Zeit werden dort ca. 500 Personen pro Monat behandelt. Dies traf auf die Station von Touba Toul nicht zu, was dem leitenden Krankenpfleger deutlich gemacht wurde. Hier zeigt sich wieder, wie wichtig eine kontinuierliche Betreuung der Projekte ist. Anschließend besuchten den Neubau der Station in Kaba. Die Gebäude befinden sich im Rohbau und erhalten zur Zeit die Decken. Die Mitglieder waren sich einig, dass dies ein weiteres Vorzeigeobjekt für den Verein werden wird. Die Gespräche mit dem Krankenpfleger, den wir in seinen heutigen Räumlichkeiten besuchten, vermittelten den Eindruck, dass der Neubau in Kaba in gute sehr Hände übergeben werden wird.
Dienstag, 17. April
Für den heutigen Dienstag standen viele Aktivitäten auf dem Programm und die Gruppe wurde aufgeteilt. Für die Mitglieder, die den Senegal zum ersten Mal bereisen, war der Besuch der Insel Goree organisiert. Die Tour startete früh am Morgen in Richtung Dakar. Am Autofenster wird einem nahezu alles angeboten, was man zum Leben benötigt. Die Rundfahrt durch Dakar führte auch am Monument de la Renaissance Africaine vorbei, die zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit eingeweiht wurde. Die 52m hohe Bronzestatue kostete den Staat 15Mio €, was auch bei vielen Senegalesen auf Unverständnis trifft. Der Besuch des Weltkulturerbes, der Insel Goree, von der aus Millionen von Sklaven verschifft wurden, gehört zum Pflichtprogramm einer solchen Reise. Aissatou, die die Gruppe begleitete, lud diese zu sich nach Hause ein. Von der Dachterrasse des benachbarten Hotels bot sich ein einmaliger Überblick über den kleinen Fischerort am Rande von Dakar.
Weiter mussten Termine bei der Polizei, Presse und der Stadtverwaltung abgearbeitet werden. Die örtliche Müllabfuhr sicherte uns die Unterstützung bei der Entsorgung der Brandreste zu. Im Nachmittag wurden Standorte für mögliche, neue Schulprojekte besucht. Hierbei wurde aber rasch deutlich, dass weder die Vorbereitung des Termins also auch das Umfeld nicht den Erwartungen entsprach.
Zum Abschluss gab es im Hotel ein Buffet mit typisch senegalesischen Gerichten.
Mittwoch, 18. April
Für den heutigen Tag hat sich Herr Wurthmann mit seiner Frau als Vertreter der deutschen Botschaft in Dakar angemeldet. Wir trafen uns im Hotel und er gab uns Informationen zur Entwicklungshilfe im Senegal und wir stellten die Organisation und deren Projekte vor. Danach fuhren wir zum Depot und besichtigten den Stand der Aufräumarbeiten. Der Anblick und das Ausmaß machten ihn sehr betroffen. Weiter waren der Bürgermeister der Stadt Thies, der Polizeichef sowie Vertreter von TV und Presse vor Ort. Gleichzeitig wurden die verbrannten Hilfsgüter entsorgt aber auch Rollstühle und Gehhilfen an Bedürftige ausgegeben.
Zum Mittag hatte ein Teil der Gruppe ein westfälisches Essen vorbereitet. Herr Wurthmann und seine Frau waren hierüber sehr erfreut, da sie so etwas im Senegal sonst nicht bekommen. Es gab Reibekuchen mit Schwarzbrot und Apfelkompott und es wurde in familiärer Atmosphäre diskutiert.
Am Nachmittag wurden noch brauchbare Hilfsgüter am Depot aussortiert.

Donnerstag, 19. April
Nach dem Frühstück fuhr fast die gesamte Gruppe in das Dorf Keur Banda, das seit Jahren unterstützt wird. Es war schön zu sehen, wie sie die Hilfsprojekte entwickelt haben. Der Garten des Dorfs war an einen besser geeigneten Ort verlegt worden und die Anpflanzungen wuchsen gut; der Generator und die Wasserpumpe waren gut gewartet. Stolz wurden die Fertigkeiten vorgeführt, die sich die Frauen beim Färben von Stoffen angeeignet hatten. Als Ersatz für den Verkaufscontainer, der am alten Standort nicht weiter verbleiben durfte, war eine Nähstube im Dorf errichtet worden. Die Projekte der Frauen und Männer wurden einzeln gefördert, weiter wurde ein Geldbetrag für die Ausstattung der Miniatur Krankenstation übergeben, da hier Pflaster und Verbandsmaterial fehlte. Es wurden auch Gartengeräte übergeben, für die kurzfristig neue Holzstiele gekauft wurden, die das Feuer nicht überstanden hatten.

Für die nächste Woche wurde ein Termin abgestimmt, an dem eine kleine Gruppe Unterstützung bei der Anlage von Pflanzbeeten im Garten geben wird. Auf dem Rückweg gab es ein Picknick in der grandiosen Landschaft zwischen dem Dorf und der Landstraße.
Der Rest des Tages verlief sehr erfreulich. Mit dem Bürgermeister konnte bereits ein Grundstück für den Aufbau eines eigenen Depots besichtigt werden, am Abend kam eine Gruppe der befreundeten Hilfsorganisation „Almassen“ zum Hotel und boten uns an, einen Teil ihres Depots nutzten zu können, was wir dankend annahmen

Freitag, 20. April
Die Verteilung der Hilfsgüter läuft weiter. Spielsachen und viele Kuscheltiere fanden im benachbarten Kindergarten ein neues zu Hause. Die in großen Mengen gesammelten Brillen wurden an den Brillenladen übergeben, der so für die Bevölkerung, Brillen zu kleinstem Preis anbieten kann.

Eine weiteren Gruppen baute in der Gehörlosenschule Pflanzbeete auf, die als Anreiz zum Nachbau dienen sollen.
Die ersten Teile der Ausrüstung wurden in unser neues Übergangsdepot gebracht.
Mit einem gutem Gewissen können wir nun so Richtung Mar Setal fahren, wo wir unser Wochenende verbringen werden. Alle sind voller Tatendrang und freuen sich auf die nächste Arbeitswoche.
Auf für langjährige Senegal Reisende bot der Tag noch einige Überraschungen. Der georderte Kleinbus stellte sich als klassischer, senegalesischer Überlandbus heraus.
Die Musikanlage war, groß und stampfte afrikanische Rhythmen durch den Bus. Der Rest setzte besonders die technisch versierten Mitglieder in Erstaunen. So waren wir nicht übermäßig verwundert, dass die Weiterfahrt nach einer halben Stunde, von einem gerissenen Zahnriemen unterbrochen wurde. Nachdem das Ersatzteil organisiert und eingebaut war, ging die Fahrt weiter. Es folgten noch einige Polizeikontrollen und wir erreichten am Abend die Pirogue, die uns nach Mar Setal übersetzte. Der Abend endete in gemütlicher Runde nach dem Essen.

Samstag, 21. April
Für Samstag wurde die Fahrt mit einer Kalesche in ein kleines Fischerdorf organisiert ein anderer Teil der Gruppe fuhr in zwei Booten zum Angeln. Zum Mittag wurde eine Fischplatte gereicht, auf der sich auch unser Fang wiederfand. Auch durch zeitweise Ausfälle der Wasserversorgung ließen wir uns die Stimmung nicht verderben. Am Abend unterhielt uns eine Gruppe Einheimischer mit Musik und Tanz.

Sonntag, 22. April 2012
Nach dem Frühstück setzten wir wieder von der Insel im Flussdelta auf das Festland über, wo wir mit dem Bus die Rückfahrt antraten. Wir legten einen Zwischenstopp in MBour ein und besuchten das dortige Kinderheim. Leider konnten wir das Kinderheim in diesem Jahr nicht mit Reis und Kleidung beliefern, da diese Spenden im Depot verbrannten, was in MBour schon aus der Presse bekannt war. Wir wurden durch die Einrichtung geführt und die Kinder genossen jeden Minute, die man mit ihnen verbrachte. Weiter ging es zur einer Likörfabrik am Ortsrand. Der Inhaber, ein Belgier, öffnete uns obwohl wir in der Mittagspause ankamen. In der sehr gepflegten Gartenanlage verkosteten wir die unterschiedlichen Sorten und viele nahmen sich Flaschen für zu Hause mit. Dann noch ein kurzer Stopp am Honigstand an der Straße und dann ging es zurück zum Hotel.
Der Tag endete im Garten von Henry, dem Hotelier, der uns zum Grillen und zur Folklore Darbietung eingeladen hatte. Seine Angestellten und er bereiteten uns wieder einen gelungenen Abend in privater Atmosphäre.

Montag, 23. April 2012
Am Vormittag wurden einige Schulen besucht, die von der Didec unterstützt werden. Hier hatten die Mitglieder, die eine Schulpatenschaft übernommen haben, die Gelegenheit die Kinder zu sehen und ihnen kleine Geschenke zu übergeben. Nach dem Mittag fanden die Endspiele des Fußballturniers statt, dass zwischen den Fußball schulen der Stadt ausgetragen wird. Die Mannschaften erhielten ein kleines Preisgeld und der Turniersieger einen Trikotsatz. Leider konnten nur drei Bälle übergeben werden. Die etwa 250 Bälle und 120 Trikots, die im Depot gelagert waren, wurden Raub der Flammen. Im Anschluss fuhren wir zur Gehörlosenschule. Die Schulleitung die Kinder und deren Eltern hatten uns zu eine Feier zum einjährigen Bestehen der Schule eingeladen. Wir wurden herzlichst empfangen und die Freude über die Schule, die der Verein im letzten Jahr übergeben hatte, strahlte aus allen Augen. Die Kinder überreichten uns sehr persönliche Geschenke, die später im Hotel unter den Mitgliedern verlost wurden.

Dienstag, 24. April 2012
Auch heute wurden noch weitere Schulpaten besucht. Ein anderen Teil der Gruppe fuhr zu Madame Taverne. Sie ist Leiterin einer weiterführenden Schule für Hauswirtschaft und neuerdings auch für das Friseuerhandwerk. Da den Schülern auch der Umgang mit PCs gelehrt wird, wurde die Übergaben von Nähmaschinen und Druckern für den nächsten Tage zugesagt. Da noch einige Gegenstände für die Abendveranstaltung geholt werden mussten, nutzte eine kleine Gruppe die Einladung von Aliu für einen Kurzbesuch zu sich und seiner Familie nach Hause. Am Nachmittag fuhren wir alle zur Baustelle der neuen Krankenstation in Kaba. Hier brachten wir die Tradition des Richtfests in den Senegal. Die am Bau beteiligten Handwerker, die zukünftigen Betreiber der Krankenstation sowie die Dorfältesten feierten mit uns das für sie unbekannte Fest. Es wurde gegrillt und die Angestellten des Hotels übernahmen den Service für Speisen und Getränke. Auf Schalen und Eimern wurde spontan getrommelt und dazu getanzt. Wie so oft, ein toller Abend.

Mittwoch, 25. April 2012
Am Morgen ging die Gruppe zur Verwaltung der Didec. Hier wurde der ersten Teil der Schulpatengelder übergeben. Von den ca. 3000 Kindern, die durch eine Schulpatenschaft unterstützt werden, kommen 370 über den Verein Hilfe für Senegal. Somit wurde ein Scheck über die riesige Summe von gut 14 Mio. CFA übergeben. Weiter wurden den Schulen Drucker und Bildschirme für den Informatikunterricht übergeben. Hierzu übernahm ein Teil der Gruppe die Verteilung der Güter. Ein anderen Teil besuchte die Augenklinik, in der vom Verein jährlich einige Augenoperationen für sozial schwache in Auftrag gegeben werden. Die letzten beiden Schulpatenkinder wurden auch noch besucht. Am Mittag trafen viele Lehrer im Hotel Rex ein. Sie waren von uns eingeladen worden um Schulbücher und Schulmaterialien in Empfang zu nehmen. Die Bücher waren über das Goethe-Institut in Dakar gekauft worden. Zwischendurch wurde mal wieder einen Blick auf die Webseite der Fluggesellschaft Iberia geworfen, ob unser Rückflug von den geplanten Streiks betroffen ist. Zur Zeit sieht es noch gut für uns aus.
Am Nachmittag hatten wir die Gelegenheit eine Daara zu besuchen. Dies sind senegalesische Koranschulen, in denen Kinder in einfachsten Bedingungen wohnen und ihren Lebensunterhalt auf der Straße erbetteln müssen. Auch hier wird geprüft, ob mit einer Sachspende das Dach der Unterkunft der Kinder abgedichtet werden kann. Im Anschluss fuhren wir zum Deutschclub des Gymnasiums. Auch in diesem Jahr wurden uns wieder Gedichte, Lieder und Sketche vorgeführt. Zur Unterstützung der Deutsch AG der Schule, wurde eine kleine Lautsprecheranlage mit Funkmikrofon sowie eine Geldspende übergeben. Die gut organisierte Veranstaltung endete in einer großen, lauten Tanzparty.

Donnerstag, 26. April
Im Hotel macht sich die Aufbruchstimmung breit. Die letzten Bestellungen bei den Handwerkern werden abgeholt oder geliefert. Aber auch am letzten Tag in Thies werden noch Hilfsgüter verteilt. Eine kleine Gruppe macht sich noch einmal zum benachbarten Kindergarten auf und übergibt Knetgummi, dass in Dakar gekauft wurde. Einige nutzten die Zeit zu einem Bummel durch die Stadt. Nach dem Mittag wurden die Koffer in die Wagen und den Anhänger verladen. Der Abschied am Hotel fiel allen schwer.
In Dakar gab es, wie in jedem Jahr, ein gemeinsames Essen am Point Alamdie. Später fuhren wir zum Flughafen Yoff. Hier kam für alle die große Überraschung, als kurz vor dem Einsteigen, der Flug auf Grund eines technischen Defekts der Maschine gecancelled wurde. Wir wurden alle mit dem Bus zurück nach Dakar in das Novotel gefahren. Alle genossen die Annehmlichkeiten des Hotels, in dem man sich nicht wirklich wie im Senegal fühlt.

Freitag, 27. April 2012
Da es keine Informationen zum weiteren Verlauf gab, trafen wir uns um 7:00 Uhr zum Frühstück. Nach einiger Zeit gab es dann die Info, dass wir um 16:30 Uhr wieder zum Flughafen gebracht werden sollten. Wir nutzen die Zeit um mit Aisssatu durch Dakar zu gehen. Im Supermarkt wurden Zahnbürsten, Kämme und sonstiges Dinge gekauft, die man nach einer Nacht im Hotel, nur mit dem Handgepäck, vermisst. Am Pool und im Kaffee wurde die Zeit überbrückt. Gegen 17:00 Uhr waren wir wieder am Flughafen und warteten dort auf den Start der aus Madrid eingeflogenen Ersatzmaschine. Dies verzögerte sich noch bis gegen 23:00 Uhr und alle waren froh, als sie aus dem Gedränge der wartenden Passagiere heraus waren und das Flugzeug endlich abhob.
Samstag, 28. April 2012
Mit starkem Rückenwind ging es zurück nach Madrid, wo wir gehen 4:30 Uhr (Ortszeit) eintrafen. Hier mussten neue Tickets organisiert werden und die Befürchtung wurde wahr, dass der Weiterflug erst um 9:00 Uhr starten würde. Gegen 11:00 landete die Gruppe in Düsseldorf, wo sie von privaten, sowie Fahrzeugen der Feuerwehr abgeholt wurde. An der Feuerwache in Lüdinghausen endete der Hilfseinsatz mit 24 Stunden Verspätung bei einem kleinen Imbiss und einem Glas Sekt. Die diesjährige Tour wird, mit ihren Ereignissen, allen mit Sicherheit lange in Erinnerung bleiben.
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